Darf ich Kundendaten in ChatGPT, Claude oder MultipleChat hochladen?
Die ehrliche Antwort: nicht einfach so. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zählen Datenart, Zweck, Vertrag, Anbieter, Trainingsnutzung und interne Freigabe.
Die wichtigsten Datenschutzfragen
Kann ich Kundendaten hochladen?
Nur wenn Rechtsgrundlage, Vertrag, Zweck, Sicherheitsniveau und interne Freigabe passen. Für personenbezogene, vertrauliche oder besonders schützenswerte Daten braucht es klare Regeln.
Dürfen Mitarbeitende private ChatGPT-Accounts nutzen?
Für interne Firmenarbeit ist das meistens problematisch. Unternehmen sollten Business-/Team-Tarife, Richtlinien und zentrale Verwaltung prüfen.
Was ist ein AVV oder DPA?
Ein Auftragsverarbeitungsvertrag beziehungsweise Data Processing Addendum regelt, wie ein Anbieter personenbezogene Daten verarbeitet. Ohne passenden Vertrag sollten Firmen keine personenbezogenen Daten hochladen.
Was ist der Unterschied zwischen DSGVO und Schweizer DSG/revDSG?
Die DSGVO gilt in der EU, das Schweizer Datenschutzgesetz in der Schweiz. Beide verlangen Transparenz, Zweckbindung, Sicherheit und Rechte der Betroffenen. Für DACH-Firmen kann ein Schweizer Anbieter organisatorisch interessant sein, ersetzt aber keine eigene Prüfung.
Company Policy Checklist
Datenklassen festlegen
Öffentlich, intern, vertraulich, personenbezogen, besonders sensibel. Für jede Klasse klare KI-Regeln definieren.
Training deaktivieren
Prüfen, ob Eingaben für Modelltraining genutzt werden. Business-Tarife sind oft besser geeignet als private Accounts.
Verträge prüfen
AVV/DPA, Subprozessoren, Datenstandort, Löschfristen, Supportzugriff und Audit-Informationen prüfen.
Freigabeprozess
Wer darf welches Tool nutzen? Welche Daten sind verboten? Wer genehmigt neue KI-Anbieter?
Schulung
Mitarbeitende müssen wissen, dass KI-Ausgaben falsch sein können und vertrauliche Daten nicht frei kopiert werden dürfen.
Dokumentation
Für sensible Nutzung: Zweck, Tool, Datenart, Prüfung und Ergebnis dokumentieren.
Schweizer Anbieter, trotzdem prüfen
MultipleChat sitzt in der Schweiz und ist deshalb für DACH-Teams interessant, die Modellvielfalt, 200MB-Dateien, OCR via Mistral und Studios nutzen wollen. Das ist ein Pluspunkt, ersetzt aber keine DSGVO/revDSG-Prüfung, keine AVV/DPA-Prüfung und keine interne Freigabe.